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21.07.2016

Irgendeine Rezension zu irgendeinem Buch!

Irgendeine Rezension zu irgendeinem Buch!

Wenn man deutlich zu erkennende aggressive Interaktionen zwischen Hunden als „harmloses Spielverhalten“ definiert, wenn man Bilder von zähnefletschenden Hunden als nicht „problematisch“ bezeichnet und wenn man dieses gefährliche Halbwissen auch noch in einem Buch veröffentlicht, ist man entweder jenseits aller kynologischen Erkenntnisse oder aber es wird Zeit, den Beruf „Hundetrainer“ an den Nagel zu hängen und sich abseits der Zivilisation mit Schafen statt Wölfen zu beschäftigen.

Da Bücher für gewöhnlich, wenn auch empirisches Wissen vermitteln möchten, bleibt die brennende Frage, warum man zu etwa einem Drittel des Buches über Mitbewerber in der Hundetrainerszene schreibt. Von unqualifizierten Aussagen bis hin zu widersprüchlichen und abenteuerlichen Theorien hat sich der Autor hiermit ganz klar disqualifiziert.  Es ändert leider auch nichts, wenn man Zimen oder Trumler zitiert, es spricht eher für Antiquiertheit. Die Empfehlung, man möge sich doch mit der Verhaltensbiologie auseinandersetzen entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Man kann Kappeler sicherlich empfehlen, vorausgesetzt man möchte mehr über die Maximierung der Energiegewinnrate, Lunarperiodik oder Krypsis erlernen. Da man als Fachbuchautor allerdings wissen müsste, dass Wölfe sich nicht tarnen, und zudem auch keinen Mondphasen folgen, muss dringend hinterfragt werden, welchen Sinn solch eine Empfehlung hat. Es hat den Anschein, als möchte man mit vermeintlichem Fachwissen und dem Verweis auf Biologen sowie selbst durchgeführter Studien, Fachverstand suggerieren. Einfach sinnlos geht eben auch!

Zusammenfassend könnte man also sagen: Manche Hundetrainer wissen ganz viel über Hundeerziehung, sie können es nur nicht anwenden. Das Lesen von Hundeerziehungsbüchern scheint ein geniales Mittel, um Denken zu vermeiden!

Zum Thema „Rudelkonzept“ ist sicherlich in der letzten Zeit sehr viel diskutiert worden und es haben sich unterschiedliche Lager gebildet. Zu dieser These kann man eigentlich nur eines sagen: Anthropomorphismus hat Hochkonjunktur.

Für manche Hundeexperten gelten aber scheinbar die Grundlagen der Ethologie nicht, sie „SPIELEN“ sich die Probleme eines Hundes schön. Verteidigungs-Spiel, Spiel-Aggression oder Begrüßungsknurren sind im Vokabular vieler Hundetrainer. Ich möchte mit einem Zitat von Robert Lemke darauf antworten:  „Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen - das Schweigen wäre bedrückend.“

Nicht müde werdende Verhaltens-Vereinfacher sollte man definitiv sofort zur Strecke bringen. Beginnen wir aber zuvor mit Verhaltens-Verkomplizierern, die vom Wesen Hund soweit weg sind, wie Spielen von Aggression! Der Vorteil der meisten Bücher liegt eben darin, dass man ohne sie auskommen kann. Dies sehen viele Rezensenten glücklicherweise ebenso. Es besteht also noch Hoffnung für die Kynologie. Befriedigend ist, dass die Autoren und vermeintlichen „Wegweiser“ der Kynobiologie langsam aber sicher aussterben und das ist gut so.

Vielleicht dürfen wir demnächst auf die „gute alte Zeit“ zurückblicken und werden verschont mit psychisch-emotionaler Vergewaltigung unserer Haushunde.

Hin und wieder sind tatsächlich Lichtblicke am Horizont der Szene aus selbsternannten Wolfsforschern und Hundeexperten zu sehen. Dann nämlich wenn man zu der Erkenntnis gekommen ist, dass Hunde eine klare Körpersprache haben. Leider wird diese absolut  zutreffende Aussage ad absurdum geführt, indem man im selben Atemzug relativiert: „Was gefährlich aussieht, muss nicht gefährlich sein“! STOP! Wenn´s gefährlich aussieht, ist es nicht gefährlich? Das ist ungefähr so sinnvoll wie: „Bei Jagdspielen wird der gejagte Hund wie Beute verfolgt, jedoch nicht getötet“ oder „manche Rassen gibt´s jetzt auch ohne Jagdtrieb!“ Lassen Sie mich an dieser Stelle Albert Einstein zitieren: „Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“

Ein Pamphlet? Ja, das mag sein und war wohl beabsichtigt. Unsinn bleibt eben Unsinn, auch wenn Hunde- und Wolfsexperten es gebetsartig seit 50 Jahren verbreiten!

Der Leser von Fachlektüre zum Thema Hund sollte also eines tun: Die rosarote Brille abnehmen und die Natur des Hundes erkennen. Das Wissen und die Theorien von angeblichen Forschern und Kynologen hinterfragen und das eigene Bauchgefühl dagegen setzen, das ist es was wir brauchen, um in Zukunft mit unseren Hunden problemfrei zusammen zu leben.

Der Autor.

11.02.2016

Rechtsprechung der niedersächsischen Justiz

Gewerbsmäßiger Hundeausbilder - Sachkundenachweis durch Fachgespräch

Die zuständige Behörde ist gesetzlich dazu verpflichtet, Antragstellern zum Nachweis ihrer Sachkunde ein Fachgespräch anzubieten und dieses auch zu organisieren.

VG Stade 6. Kammer, Urteil vom 19.10.2015, 6 A 1882/14
Art 12 Abs 1 GG, Art 3 Abs 1 GG, § 11 Abs 1 S 1 Nr 8f TierSchG
Tatbestand
1
Die Klägerin begehrt eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Hundeausbildung.
2
Die Klägerin betreibt eine Hundeschule. Im Jahr 2005 absolvierte sie bei der privaten Ausbildungsstätte „Hundewelten“ Lehrgänge als Problemhundetherapeutin (Dauer 3 Monate) sowie als Gebrauchshundeausbilderin (Dauer 1,5 Monate) und Problemhundeberaterin (Dauer 3 Tage). „Hundewelten“ kooperiert mit dem Deutschen Gebrauchshundeverband, ist nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) als Bildungsträger offiziell anerkannt und von der DEKRA zertifiziert.
3
Mit Schreiben vom 27.06.2014 beantragte sie beim Beklagten eine Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 f) des Tierschutzgesetzes (TierSchG). Anlass ihres Antrags war eine Änderung des TierSchG, nach der seit dem 01.08.2014 die Ausbildung von Hunden nur mit Erlaubnis der zuständigen Behörde erfolgen darf.

Die Klägerin trägt zur Begründung ihrer Klage vor:
15
Die Anforderungen des Beklagten an den Nachweis der Sachkunde seien überspannt. Erforderlich sei nach der Gesetzesbegründung lediglich ein Mindestmaß an Sachkunde. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Überprüfung der Sachkunde durch den D.O.Q. Test und somit durch einen privaten Anbieter erfolge. Wegen des Grundrechts der Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) könne der Beklagte sie nicht zu bestimmten Lehrgängen oder Tests zwingen. In den Ausbildungen bei „Hundewelten“ seien ihr die Inhalte, die Gegenstand der staatlich anerkannten Zertifikate sind, vermittelt worden. Zudem habe die wegen ihrer langjährigen Erfahrung mit Hunden gebotene Einzelfallprüfung nicht stattgefunden. Es sei zweifelhaft, ob ein Fachgespräch sich überhaupt zur Feststellung der Sachkunde eigne. Dort sei allein die subjektive Einschätzung durch den Prüfer entscheidend. Die Erlaubnispflicht verstoße gegen den Gleichheitssatz gemäß Art. 3 Abs. 1 GG, da nichtgewerbliche Trainer weiterhin ohne Erlaubnis und Sachkundenachweis tätig sein dürften, ohne dass es für diese Unterscheidung nachvollziehbare Gründe gebe.
16
Die Klägerin beantragt,
17
den Bescheid des Beklagten vom 28.10.2014 aufzuheben und den Beklagten zu verpflichten, über den Antrag der Klägerin auf Erteilung einer Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 8 f) TierSchG unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu entscheiden.
18
Der Beklagte beantragt,
19
die Klage abzuweisen.
20
Die Klägerin hat einen Anspruch auf erneute Bescheidung durch den Beklagten unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts, § 113 Abs. 5 S. 2 VwGO. Die Ablehnung der beantragten Erlaubnis und die Untersagung der weiteren Tätigkeit als selbstständige Hundetrainerin sind rechtswidrig und verletzen die Klägerin in ihren Rechten, § 113 Abs. 5 S. 1 und 2 und Abs. 1 S. 1 VwGO.
26
Die Anspruchsgrundlage für die von der Klägerin begehrte Erlaubnis ergibt sich aus § 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 8 f) i.V.m. § 21 Abs. 5 S. 2 Tierschutzgesetz (TierSchG) n.F. i.V.m. § 11 Abs. 1 S. 2 u. 3 TierSchG in der bis zum 13. Juli 2013 geltenden Fassung. Der Rückgriff auf die alte Rechtslage ist erforderlich, weil das zuständige Bundesministerium dem gesetzlichen Regelungsauftrag aus § 11 Abs. 2 S. 1 TierSchG zum Erlass einer Rechtsverordnung, die die Einzelheiten der Erlaubniserteilung regelt, noch nicht nachgekommen ist.
40
Voraussetzung einer Erlaubniserteilung ist nach den zulässigen Vorgaben des Beklagten, dass der Antragsteller entweder eine entsprechende staatliche oder als gleichwertig anerkannte Aus- oder Weiterbildung absolviert hat oder aufgrund des bisherigen Umgangs mit Tieren die für die Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse hat. Zweifel an der Sachkunde sind demnach vor allem dann berechtigt, wenn der Antragsteller entweder eine „sonstige Aus- oder Weiterbildung“ im Sinne der Ziff. 12.2.2.2 Spiegelstrich 1 AVV absolviert hat, oder aber überhaupt keine Ausbildung nachweisen kann und stattdessen bereits einschlägige Erfahrung im Umgang mit Hunden gesammelt hat (vgl. Ziff. 12.2.2.2 f. AVV sowie Ziff. 4 b) des Katalogs der Bund-Länder-Arbeitsgruppe). Allerdings schließt auch der Nachweis eines Lehrgangs bei einer öffentlichen Stelle nicht zwingend Zweifel an der Sachkunde und damit die Durchführung eines Fachgesprächs aus (Ziff. 12.2.2.4 der AVV und Ziff. 4 b) des Katalogs der Bund-Länder-Arbeitsgruppe).
45
Nach § 11 Abs. 2 Nr. 1 TierSchG a.F. ist der Nachweis über die Sachkunde auf Verlangen in einem Fachgespräch bei der zuständigen Behörde zu führen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Behörde dem Antragsteller nicht das Fachgespräch als Möglichkeit, die Sachkunde nachzuweisen, verweigern darf. § 11 Abs. 2 Nr. 1 TierSchG a.F. sieht das Fachgespräch als Mittel zur Ausräumung der Zweifel ausdrücklich vor. Der D.O.Q. Test pro findet hingegen weder im Gesetz noch in den AVV Erwähnung. Ein alleiniger Verweis auf diesen Test reicht deshalb mangels einer entsprechenden Rechtsgrundlage nicht aus.
46
Die ablehnende Entscheidung des Beklagten ist jedoch deshalb rechtswidrig und verletzt die Klägerin in ihren Rechten, weil er zu Unrecht verlangt hat, die Klägerin müsse das Fachgespräch selbst organisieren.
47
Die Organisation und Durchführung eines Fachgesprächs liegt im Pflichtenkreis der zuständigen Behörde. Zweck eines solchen Gespräches ist es, dass die Behörde auf der Basis der schon eingereichten Nachweise die noch offenen Fragen ansprechen und klären kann (Hirt/Maisack/Moritz, TierSchG, 2. Aufl. 2007, § 11 Rn. 17). Dementsprechend heißt es unter Ziff. 6 des Katalogs der Bund-Länder-Arbeitsgruppe:
48
„Der zuständigen Behörde bleibt es aber vorbehalten, im Fachgespräch Schwerpunkte zu setzen und ggf. den Inhalt und den Umfang des Fachgesprächs entsprechend den nachgewiesenen Kenntnissen und Fähigkeiten anzupassen.“
49
Dieser Zweck kann nur erreicht werden, wenn die Behörde selbst einen Sachverständigen oder eine Kommission für das Fachgespräch bestimmt und die abzuprüfenden Inhalte festlegt. Es steht ihr frei, sich dabei externer Sachverständiger zu bedienen, sofern ihr kein hinreichend geschultes eigenes Personal zur Verfügung steht.
50
Die Untersagung der weiteren Tätigkeit als Hundetrainerin unter Ziff. 2 des Bescheids vom 28.10.2014 ist rechtswidrig und verletzt die Klägerin in ihren Rechten.
51
Die Untersagung ist ermessensfehlerhaft. Sie verstößt gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Der Beklagte hat in der mündlichen Verhandlung deutlich gemacht, dass die Klägerin nach seiner Einschätzung sowohl den D.O.Q. Test pro als auch ein Fachgespräch ohne weiteres bestehen würde. Der Beklagte hat jedoch vor Erlass seines Bescheides ein Fachgespräch nicht organisiert und durchgeführt. Vielmehr hat er die Klägerin zu Unrecht darauf verwiesen, das Fachgespräch selbst zu organisieren.
52
Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 1 VwGO.
53
Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus § 167 VwGO i.V.m. §§ 708 Nr. 11, 711 ZPO.
54
Gründe für eine Zulassung der Berufung (§ 124 Abs. 2 Nr. 3, 4 i.V.m. § 124a Abs. 1 Satz 1 VwGO) liegen nicht vor.

16.01.2016

Problemhundehilfe - Das Forum








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07.01.2016

Ausbildungsseminar zert. Besuchshundebegleiter SDTS


Ausbildungsseminar
zert. Besuchshundebegleiter SDTS®

Wir bieten Ihnen gemeinsam mit Ihrem Hund ein qualifiziertes und hundegerechtes Ausbildungsseminar für den Einsatz in sozialen Einrichtungen wie Jugendheimen, Seniorenheimen, Kinderheimen, Altenbegegnungsstätten und vielem mehr.

Die Ausbildung und der Einsatz der künftigen Besuchshunde berücksichtigt die Prager Richtlinien (IAHAIO) Ein 2 Tage Intensivseminar mit dem Schwerpunkt auf einer tierschutzgerechten Gestaltung von Interaktionen zwischen Hund und Klient.

Um was geht es?
Der Einsatz von Hunden im Rahmen von Besuchsdiensten hat eine nachgewiesene positive Wirkung auf die Psyche von z.b. Senioren, kranken und/oder behinderten Erwachsenen sowie bei Kindern. Der Hund dient hierbei als Medium und Vermittler zwischen besuchter Person und dem Besuchshundebegleiter. Dies bringt die verloren gegangene Lebensfreude zurück. Der Patient entspannt sich und Kommunikation wird erleichtert.

Besuchshunde machen die neue Form der Freizeitgestaltung, möglich und fördern Mobilität. Sie bieten Grund für Gespräche und motivieren zur Kontaktaufnahme mit der Umwelt.

Was ist bei uns anders?
Nicht selten entstehen bei Besuchsdiensten mit Hund Konflikte in Form von Stress, Angst oder Überforderung für Hund und die besuchte Person. Diese Probleme zeigen sich häufig erst im Laufe der Zeit durch bestimmte Verhaltenssymptome der Besuchshunde wie: z.B. Handscheue, Zerkauen von Objekten, vermehrtem Bellen, starkes Kratzen oder das Futterschlingen. Probleme mit Anleinen, Ignorieren von erlernten Kommandos oder Aggressionen gegen andere Hunden können sichtbare Anzeichen für eine Überforderung des Hundes sein. Unser 2 Tage Intensivseminar befähigt Sie, Ihren tierischen Begleiter tierschutzgerecht einzusetzen.

Für wen ist das Seminar?
Für alle Hundetrainer z.B. als Zusatzausbildung, Menschen mit Ehrenamt, Besuchsdienste, Pflegedienste, Physiotherapeuten, Pflegedienstkräfte, Tierärzte, Psychologen, Ergotherapeuten, Krankenpfleger, Logopäden, Fachkräfte aus der Altenpflege, sowie aus allen pädagogischen Berufsfeldern wie Pädagogen, Heilpädagogen, Erzieher, Heilpraktiker etc.

weitere Infos unter: 

05.01.2016

Dominanz… Unwort oder „back to nature“?

Dominanz… Unwort oder „back to nature“?

Der Aufschrei kam prompt und heftig. „WAS… schon wieder dieses Dominanz-Getue? Immer die blöde Wichtigtuerei um Alpha-Status und Rangordnung! Mein Hund liebt mich und ich liebe ihn… er kann bei mir ganz Hund sein und DAS ist ein artgerechtes Leben. Du bist wahrscheinlich so ein Macho-A****, das sich in seiner Pseudo-männlichen Rolle unheimlich gut gefällt!" RUMS! Das hat gesessen!

Ich stelle mir gerade den menschlich-männlichen Verfasser am anderen Ende der forenlesenden Zunft vor, der diese Antwort auf seinen Beitrag hin zu lesen bekam. Ratschläge sind schließlich auch Schläge… wie gut, dass zwischen den meisten Diskussionsteilnehmern eines Forums mehrere Entfernungskilometer liegen. Was ICH persönlich von so mancher Wortwahl, Tonfall und allgemeinem Umgang der Menschen untereinander halte, behalte ich mal (zunächst) an dieser Stelle für mich. Darf Ihr Hund auch alles, weil er es gut haben soll bei Ihnen? Schränken Sie ihn nie ein, dominieren Sie ihn nie, weil Sie es ablehnen, für ihn und über die Wünsche Ihres Hundes hinweg zu entscheiden? Wirklich? Die Frage nach der Dominanz, ihrer Bedeutung, ihrer Ausdrucksweise im täglichen Umgang mit uns Menschen oder rein innerartlich und dem „warum überhaupt?“ bedarf zunächst einmal eines ungetrübten Blickes auf den Wortursprung. Und wie so viele Wörter unseres heutigen Gebrauchs wurde DOMINANZ nicht von Hundehaltern im Diktatorenlook entworfen und geprägt, sondern findet ihren Ursprung im Lateinischen und beschreibt… „die Eigenschaft von Erbfaktoren, sich gegenüber schwächeren (rezessiven) sichtbar durchzusetzen“.

In der Biologie, z.B. bezeichnet dies „Dominanz-Hierarchien, die bei vielen Tieren einschließlich der Primaten zu finden sind, auch beim Menschen. Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig".
Letztes besagt sehr deutlich, dass ein „dominanter“ Hund nicht 24 h und gegenüber jedermann dominant ist/sein muss. Er kann es auch „nur“ in einer für ihn sehr wichtigen Situation (z.B. beim Treffen auf gleichgeschlechtliche Artgenossen an der Leine = situationsabhängige Dominanz) sein, während er in allen anderen tagtäglichen Gegebenheiten einfach „nur lieb“ ist. Es kann auch bedeuten, dass ein Hund nur bei Bezugsperson A (beziehungsspezifische Dominanz), z.B. der Ehefrau, „nie hört“, während er für den Ehemann freudig buchstäblich alles tut.

In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn "ein Individuum das Verhalten von einem oder mehreren anderen Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte".

Mit dem Begriff „Dominanz“ kommt auch gleich ein weiterer daher: das Alpha-Tier. "Alpha-Tier ist ein Begriff aus der Verhaltensforschung und bezeichnet das Leittier einer Herde oder eines Rudels. Alphatiere sind in der Regel die kräftigsten und erfahrensten Tiere der Gruppe. Häufig sind sie auch die ältesten und die einzigen Männchen oder Weibchen ihrer Gruppe, die Nachwuchs zeugen. Der Begriff Alpha-Tier bezieht sich auf Alpha (α) bzw. Aleph, den ersten Buchstaben im griechischen oder phönizischen Alphabet: Alpha-Tiere sind also die „ersten“ (sprich: in der Rangordnung am höchsten stehenden) Tiere ihrer Gruppe". Diese Bezeichnung ist wertungsfrei – es überzieht das mit dem „Alpha-Status“ gekoppelte Verhalten weder mit positiven noch negativen „Eigenschaften“.
Hingegen haben wir Menschen diesen Begriff umgangssprachlich geprägt – und dies fast immer im negativen Sinne. Es herrscht gepflegte Übereinstimmung darüber, dass man(n) oder Frau als „Alpha-Tier“ autoritär, nicht kompromissbereit und/oder machtbesessen gegenüber Menschen auftritt und ist demzufolge gleichermaßen abschätzig wie auch ablehnend gemeint. Im Geiste sehen wir einen Vorgesetzten, einen Partner oder ein Elternteil vor uns, der seine Mitarbeiter/Ehepartner/Kind erniedrigt, erschreckt, psychisch unter Druck setzt, ja - sogar schlägt oder anderweitig körperlich malträtiert.

Liegt hier der Grund darin, warum wir Menschen angesichts von Begriffen wie „Dominanz“, „Führung“, „Einschränkung“, „Rangordnung“ und „Alpha-Status“ etc. gleich an etwas Negatives denken? Etwas, was zweifelsohne unserem – doch grundsätzlich positiv belegten – Verständnis von Demokratie, dem gleichberechtigten Miteinander, zuwider läuft?

Haben wir für uns erst einmal verstanden, dass Dominanz ursprünglich für viele Lebensformen überlebensnotwendig war und daher weder von guten noch schlechten "menschlichen Tugenden" kreiert wurde, sollten wir uns einmal – wertfrei – vor Augen führen, wo wir selbst jeden Tag andere (einschließlich unserer Hunde) dominieren, ohne dass es uns bewusst wird..., ohne dass wir negative/positive Absichten bewusst und ausdrücklich mit unserem Verhalten verbinden. Egal, ob Sie den Ausdruck der Dominanz gebrauchen oder ablehnen, Sie sollten es grundsätzlich im Verständnis dessen tun, was dieses Wort tatsächlich bedeutet. Sie sagen ja auch nicht „hüh“, wenn Sie „hott“ meinen…

Wollen SIE einmal darauf achten, wie oft am Tage Sie tatsächlich „dominant“ (im Sinne von Einschränkung von Rechten und Freiheiten anderer zu Ihren Gunsten) gegenüber Ihrem Hund (und wahrscheinlich nicht nur ihm gegenüber…) auftreten? Darf Ihr Hund in Ihrer Gegenwart auf den Tisch springen und Ihnen Ihr Schnitzel vom Teller ziehen? Nein? Darf er nicht? Sie hindern ihn daran, „beanspruchen“ Ihr Schnitzel für sich und schränken Ihren Hund ein, indem Sie ihm den Zugang zu Ihrem Schnitzel verwehren? Sie lassen Ihren Hund an der Bundesstrasse an der Leine, obwohl er in Richtung „bester Kumpel“ auf der anderen Straßenseite zieht und doch so gerne dort hin möchte, ungeachtet des Straßenverkehrs? Sie schränken Ihren Hund also über die Leine ein, verhindern, dass sein sehnlichster Wunsch in diesem Augenblick in Erfüllung geht und beanspruchen somit die Entscheidung "wohin des Weges" für sich? SIE UNMENSCH! Ja, da schau her... da sammer dominant und merken´s nimmer...

Kommen wir wieder zurück zu den „Dominanzdiskussionen“, wo auch immer sie stattfinden: in Internetforen, auf dem Hundeplatz, auf dem Spaziergang. Eine pauschalierte „Dominanz“ gibt es nicht – jeder Hund ist ein Individuum und zudem, wie zuvor angemerkt, ist Dominanz beziehungs-, zeit- und situationsabhängig.

Nur so lassen sich die meisten, am Ende doch sehr unsachlich geführten Diskussionen rund um das Thema Dominanz erklären: jeder geht von seinen Erfahrungen aus und je nach dem, ob und wie viele unterschiedliche Erfahrungen man selber sammeln konnte, kann man die jeweilige Notwendigkeit eines „dominanten“ Führungsstils auch nachvollziehen. Zudem... kaum verständlich für die meisten (geplagten, aber so demokratisch-geprägten) Hundehalter, ist die Einschränkung die Vorstufe zu mehr Freiheit. Äh - wie nun?

Einschränkungen sind lediglich Mittel zum Zweck - niemand schränkt der "Einschränkung willen" ein! Kein Mensch - kein Hund! Hat der Hund erst einmal seinen Platz im Rudel gefunden (und zwar den, der ihm auch zusteht...), werden die Einschränkungen wieder sukzessive abgebaut. Ein Hund, der sich letztendlich - auch oder gerade aufgrund des vorherigen Weges der Einschränkung - verlässlich und vertrauensvoll an seinem Halter orientiert, kann überall abgeleint werden; kann überall mitgenommen werden, hat kein Problem mit Artgenossen und keinen Stress mit der Verteidigung von Ressourcen etc. Lebensqualität, von der so mancher Hund (und auch Halter) nur träumen kann.

Jede Hund-Mensch-Beziehung ist unterschiedlich - jeder Hund für sich betrachtet ist individuell; was alle individuellen Hunde dennoch eint, ist die Tatsache, dass sie Hunde sind; keine Katzen, keine Elefanten… und auch keine Menschen. Ihr genetisches Verhaltensrepertoire hat – wenn auch gemildert durch Domestizierung oder beeinflusst/"verfälscht" durch Zucht/genetische Auswahl, Prägung und Erziehung – immer noch seinen Ursprung im Urvater Wolf. Und damit einher gehen Verhaltensweisen, die auch heute noch als Erklärung sowohl für erwünschtes wie auch unerwünschtes Verhalten (aus Sicht des Menschen) Gültigkeit haben.

Wie auch die „Dominanz“, findet ebenfalls der Begriff „Unterordnung“ Zugang in jene Gruppe der „fehlinterpretierten“ Fachbegriffe, die bei vielen Haltern „Plaque“ hervorrufen. Unterordnung (den hartgesottenen, alteingesessenen Hundeausbildern sei Dank! „Ironie aus“) rief noch vor ein paar Jahren bei mir Schüttelfrost und Hassanfälle hervor, kannte ich den Begriff doch nur von Hundeplätzen. Die (überwiegend) Schäferhunde wurden im Kasernenton gedrillt und waren sie nicht „gut genug“, wurde mittels Leinenruck, Teletakt, Stachelwürger etc. nachgeholfen. Am Ende waren Halter und Ausbilder zufrieden mit einem „funktionierenden“ Hund und das Objekt ihrer Begierde schlich mit Meide- und Stressverhalten, stark beschwichtigend über den Platz.

Aber auch hier gilt – zunächst einmal klären, was genau eigentlich Unterordnung bedeutet, bevor der Begriff sinnentfremdet vergewaltigt wird. Glaubt man den Sachverständigen, die ihr Leben und Beruf dem Studium von Caniden gewidmet haben, dann ist Unterordnung im eigentlichen Sinne etwas ganz anderes. Es bedeutet eben gerade nicht, dass mit Druck von „oben“ der Hund zu etwas gezwungen wird. Sondern vielmehr geht die Unterordnung vom Hund aus – er erkennt ein ranghöheres Mitglied als solches „freiwillig“ an – kraft dessen souveränen und jederzeit der Situation angemessenen Verhaltens.

Ich denke bei diesem Vergleich immer an meinen früheren Vorgesetzten: er war fachlich ein Ass, lies nie den „Boss-Status“ (offenkundig) heraushängen, zahlte jedem pünktlich ein angemessenes Gehalt, und „führte“ uns dennoch nach seinen Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“. Wir „folgten“ ihm gerne, denn er war darüber hinaus in unseren Augen ein sachlicher und sehr fairer Menschenfreund. Später dann, nachdem wir schon einige Zeit zusammengearbeitet hatten, waren selbst Erklärungen überflüssig – wenn er sagte, wir müssen diese oder jene Auswertung nochmals unter einem anderen Gesichtspunkt überarbeiten, dann machten wir es, wissend, er war uns fachlich mal wieder einen Schritt voraus und wir in der Eile der Vorbereitung in einem Punkt zu unkonzentriert gewesen. Wir Menschen haben uns ihm „untergeordnet“ – einerseits aus einer Abhängigkeit heraus („Futter“ in Form des monatlichen Gehalts), aber nur das Gehalt alleine hätte uns nicht dazu gebracht, jeden Tag hoch motiviert und freudig 14 h am Arbeitsplatz zu verbringen – es war vielmehr die Art des Miteinanders, die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung, die Anerkennung in einem Team, in dem dennoch einer uneingeschränkt „führte“. Wir haben diese Führung dennoch nie herausgefordert, unterwandert oder in Frage gestellt, denn es gab keinen Grund dafür. Er machte in unser allen Augen als „Chef“ alles richtig…

Kommen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt dieses Beitrages:
Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

Einschränkung muss nicht negativ sein. Wenn Sie (A) Ihren Hund (B) über die Leine „einschränken“ (oder ihn ohne Leine mit einer kurzen verbalen Aufforderung „bei Fuß“ nehmen), damit er nicht über die Strasse läuft, gestehen Sie sich somit das „Recht“ zu, dies zu entscheiden und schränken gleichzeitig die "Freiheit" Ihres Hundes ein, etwas anderes tun zu wollen. Sind Sie in dieser Situation Ihrem Hund gegenüber dominant? JA! Tun Sie es, um des „ich-zeig-Dir-mal-wer-der-Herr-im-Hause-ist“ willens? Sicherlich nicht, sondern allein aus Gründen der Sicherheit für Ihren Hund (und der anderen Verkehrsteilnehmer).

Als Sie Ihrem Hund (als er noch Welpe bzw. „unerzogen“ war) nicht Ihr Schnitzel überlassen haben, als er erst auf den Stuhl und dann auf den Tisch sprang, um sein „Recht“ auf einen guten Happen zu beanspruchen, haben Sie ihn da gewähren lassen? Falls nicht… und Sie tatsächlich Ihr „Recht“ auf das Schnitzel durchgesetzten, in dem Sie den Hund vom Tisch „verbannten“ und ihm somit in seiner „Freiheit“ einschränkten… waren Sie da „dominant“? JA!
Ich denke noch oft an meinen früheren Vorgesetzen – „Führungskräfte“ wie er sind selten geworden und leider wurde er vor einigen Jahren wieder zu seinem Mutterkonzern in die Staaten berufen. Einen „Chef“ wie ihn wünsche ich mir auch für so manche Hunde, die ich treffe oder im Tierschutz kennen lerne. Hunde, die sich gerne an einer Führung orientieren, freiwillig, freudig in der Gewissheit, Herrchen/Frauchen sorgt für die Dinge, die einem Hund ein artgerechtes Leben ermöglichen. Ein Leben,

… in dem er nicht mehr Fremde oder Artgenossen verbellen oder gar nach ihnen schnappen muss, um sich Sicherheit zu verschaffen, weil sich sein „Chef“ dafür nicht zuständig fühlt.

… in dem er nicht den ganzen Tag seiner Bezugsperson permanent auf Schritt und Tritt im Haus folgen „muss“, weil er entweder unter Verlustangst oder Kontrollverhalten leidet und seine Bezugsperson dies freudestrahlend als „Liebe“ interpretiert.

… in dem er nicht wieder sein Zuhause verliert, nur weil er sich nicht sofort und "von alleine" mit dem zweiten Hund im Hause versteht (oder umgekehrt) und der Halter enttäuscht ist über so viel „unsoziales“ Verhalten.

… in dem der Hund sich zu jeder Gelegenheit im Haus und Garten den Stress von der Seele bellt angesichts von Spaziergängen oder Besuchern und Halter sich darüber freut, weil sein Hund sich jederzeit „frei“ bewegen darf.

… in dem der Hund nicht an der Leine wie ein Berserker zieht, um sein Umfeld mit allen Reizen und Gefahren zu kontrollieren und sein Halter dies mit dem Hinweis begründet, dass es ihn nicht störe, denn der Hund sei ja noch kein Jahr alt und zudem ein Hund der Rasse X…, die nun einmal sehr temperamentvoll sei…

Es gibt noch so viele Situationen, die ich gerne einem Hund – je nach seinen individuellen Bedürfnissen ersparen möchte. Das wird mir und vielen Gleichgesinnten aber nur dann gelingen, wenn sich Menschen über die Bedürfnisse und den damit einhergehenden Verhaltensweisen ihres Hundes informieren… und dies ohne Voreingenommenheit tun, weder mit Scheuklappen vor den Augen noch mit persönlicher Lobhudelei als Interpretationsversuch für das (Fehl)Verhalten ihres Vierbeiners und seine Folgen.

Und dazu zählt eben auch die sachlich-korrekte und ursprüngliche Interpretation des Begriffs der „Dominanz" - der innerartlichen wie auch in der Mensch-Hund-Beziehung.

Quelle: Hundewelten stefanie weinrich & gerhard wiesmeth

Neugierig geworden? Wir haben viel zu sagen und noch mehr um aufzuklären!

http://www.hundewelten.de/html/irrtumskript.html

darf gerne geteilt werden

08.12.2015

Das Märchen vom Jagdverhalten!

Das Märchen vom Jagdverhalten!
Teilen erwünscht...

"Manche Hundetrainer wissen ganz viel über Hundeerziehung,
sie können es nur nicht anwenden".

Wie in unseren vorangegangenen Artikeln zum Thema Hund, ist auch dieser den anthromorphistischen Jasagern in der pseudomodernen Erziehung von Hunden gewidmet.

http://www.hundewelten.de/download/jagdverhalten.pdf

30.11.2015

EINSCHLÄFERN VON HUNDEN!

Aus aktuellem Anlass...
wieder einmal mehr hat ein Tierarzt eine vorschnelle Diagnose gestellt und einem Hund Lymphdrüsentumor angedichtet. Der Rat des Tierarztes: Umgehend Einschläfern! Nach Zweitdiagnose nun: Fettgeschwulst, kein Tumor!

Grundsätzlich müssen für ein Einschläfern folgende Punkte zwingend beachtet werden, da andernfalls immer die Gefahr von unnötiger Euthanasie besteht!!





1. Unheilbare Erkrankung (bestätigt durch Blutbild oder Histologie)
2. Zweite Diagnose (zweiter Tierarzt, der zum selben Ergebnis kommt)
3. Medikamente wirken nicht mehr (Palliativtherapie ist notwendig)
4. Frisst und trinkt nichts mehr (über mehr als 3 Tage)

Nicht eingeschläfert werden darf bei:

Blindheit
Taubheit
Schmerzen (reine subjektive Interpretation des Menschen)
Problemverhalten (erworben)
Therapierbaren Leiden
Chronischen Erkrankungen (erworben)
Epilepsie
Altersschwäche

Laut Tierschutzgesetz ist das Einschläfern von Tieren ohne zwingende Notwendigkeit nicht gestattet. Eine zwingende Notwendigkeit ist nur dann gegeben, wenn das Tier nicht ohne schwerwiegende Beeinträchtigung seiner artspezifischen Verhaltensweisen weiterexistieren kann.

Bitte teilen!

16.11.2015

Ausbildung zum Problemhundetherapeut SDTS


hundewelten




§11 TierSchG. für Hundetrainer

UPDATE: §11 TierSchG. Hundetrainer
Der Petitionsausschuss des Bundestag nimmt am 01.10.2015 ua. wie folgt Stellung:

Die Erlaubnispflicht zielt unabhängig von den Ausbildungsinhalten der jeweiligen Sparte oder Disziplin darauf ab, eine tierschutzgerechte Ausbildungspraxis zu gewährleisten. So muss die für Tätigkeit verantwortliche Person auf Grund ihrer Ausbildung oder bisherigen beruflichen oder sonstigen Umgang mit Tieren die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen.

Danach sind die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten anzunehmen, wenn für die Tätigkeit verantwortliche Person eine abgeschlossene staatlich anerkannte oder sonstige Aus oder Weiterbildung absolviert hat, die zum Umgang mit der betreffenden Tierart befähigt, oder die Verantwortliche Person aufgrund ihres bisherigen beruflichen oder sonstigen Umgang mit Tieren die für die Tätigkeit erforderlichen fachlichen Kenntnisse hat.

Ein Fachgespräch ist von der zuständigen Behörde insbesondere nur dann zu verlangen, wenn die für die Tätigkeit verantwortliche Person keine abgeschlossenen staatlich anerkannte oder sonstige Aus oder Weiterbildung absolviert hat, die zum Umgang mit der entsprechenden Tierart befähigt.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat mit Beschluss vom 10.12.14 Az. 6 A 414/14 festgestellt: das der Antragsteller nach geltendem recht unterschiedliche Möglichkeiten habe, seine Sachkunde zu belegen. Bestimmte Ausbildungs- oder Prüfungsnachweise seien nicht vorgegeben. Es liege ein Ermessensdefizit vor, wenn die Behörde mangelnde Sachkunde ausschließlich damit begründe, dass der Antragsteller nicht bestimmte Schulungen bzw. Prüfungen absolviert habe.

Der Bayrische Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Beschluss vom 18.08.2015 Az 9CE 15.934 hierzu u.a. ausgeführt: Eine Vorgabe, dass ausschließlich Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote öffentlich rechtlicher Körperschaften wie der Industrie und Handelskammern im Genehmigungsverfahren anerkannt werden können, besteht nicht.

http://www.hundewelten.de/html/tierschutz.html 

02.11.2015

Sie möchten Hundetrainer werden, um professionell mit den Hunden arbeiten zu können?

Dann sollten Sie einige grundlegende Informationen zum Thema haben...

Was ist der Unterschied zwischen einem Hundetrainer und einem Hundetherapeut oder Hundepsychologen?

Der Hundetrainer ist in erster Linie Hundeerzieher. Er unterrichtet ein Mensch-Hund Team entweder einzeln, in einer Hundeschule mit mehreren Teilnehmern oder in einem Hundesportverein qualifiziert an, so dass dieses verkehrssicher die Umwelt meistert. Abschließend findet meist eine sog. Begleithundprüfung statt, die von einem Verband z.B. dem DGHV
( www.dghv.de ) abgenommen wird. Grundsätzlich sollte der Hundetrainer nach den neuesten kynologischen Erkenntnissen arbeiten und gänzlich auf Hilfsmittel jeglicher Art verzichten. Ein Hund, vor allem junge Hunde dürfen nicht mit Zwang bzw. Starkzwang (Stachelhalsbänder, Drucklufthalsbänder, Würgehalsbänder etc.) ausgebildet werden! In der Hundeerziehung geht es darum, den Welpen oder jungen Hund auf sein späteres Leben mit dem Menschen bestmöglich vorzubereiten. Hierzu gehören keineswegs Welpenspielgruppen, Hetzspiele oder Raufereien sondern die Sozialisierung auf den Menschen, mit dem er zusammen leben muss. Weitere Trainingsbereiche sind u.a. ein Anti-Giftködertraining, die Unbefangenheitsprüfung, das Verkehrssicherheitstraining sowie Grunderziehungselemente wie Sitz, Platz, Fuß, Komm und vieles mehr. Möchten Sie mehr über den Beruf des Hundeausbilders erfahren? http://www.hundewelten.de/html/gebrauchshundeausbilder.html

Der Hundetherapeut oder auch Hundepsychologe arbeitet mit Hunden, die Fehl- oder Problemverhalten entwickelt haben und so eine Gefahr für Ihre Umwelt bzw. für Menschen und Artgleiche darstellen. Wie der Hundetrainer, arbeitet der Hundetherapeut im Besten Fall ohne jegliche Hilfsmittel oder Zwang, die sehr häufig nur Meideverhalten am Hund erzeugen. Ein Lösen des Problemverhaltens ist durch Zwang nicht möglich sondern wird lediglich verlagert und dadurch verschlimmert! Hundetherapeuten therapieren sowohl den Hund als auch den Hundehalter, denn Probleme entstehen meist durch falsches Verhalten des Menschen. Wichtig: Mit Erziehungsmaßnahmen lassen sich keine Probleme lösen, hier bedarf es Erfahrung und weitereichendes Wissen um Hunde aus Aggression oder Angst zu führen. Gehen Sie also nicht in die Hundeschule, wenn Ihr Hund Problemverhalten aufweist, sondern konsultieren Sie einen Hundetherapeuten, der bei Ihnen zu Hause eine spezifische Therapie durchführt. Qualifizierte Anlaufstellen bzw. Ansprechpartner finden Sie hier: http://www.hundewelten.de/html/therapeuten.html Möchten Sie mehr über den Beruf des Hundetherapeuten erfahren? http://www.hundewelten.de/html/problemhundetherapeut.html

Neueste Ausbildungserkenntnisse
Ob Sie nun Hundetrainer oder Hundepsycholge bzw. Hundetherapeut werden möchten hängt in erster Linie davon ab, wie flexibel Sie sind. Der Hundetrainer arbeitet meist stationär wogegen der Hundetherapeut oder Hundepsychologe mobil ist und zu Mensch und Hund nach Hause fährt. Bei der Wahl der Hundeschule oder des Ausbildungsinstituts sollten Sie sich vorab gründlich über dessen Arbeit informieren um sicher zu stellen, dass zum einen tierschutzgerecht und zum anderen kynologisch sinnvoll gearbeitet wird. Wichtig: Wer Hunde mit Zwang trainiert oder versucht Problemverhalten mit Ignorieren, Wasserflaschen, Stachel- und Stromhalsbänder zu therapieren, ist sicherlich nicht kompetent.

Erlaubnis für Hundetrainer nach §11 TierSchG. Abs. 1, Satz 1, Nr. 8f
Es ist die Erlaubnispflicht für jeden, der gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbildet oder die Ausbildung von Hunden durch den Tierhalter anleitet. Gewerbsmäßigkeit im Sinne des Tierschutzgesetzes bedeutet: Tätigkeit ist selbstständig, planmäßig mit Gewinnerzielungsabsicht. Zuständig für die Antragsannahme und Erlaubniserteilung sind die örtlichen Veterinärämter. Alle gewerblich tätigen Hundeausbilder und Hundetherapeuten benötigen also einen Nachweis des Veterinäramtes um mit Hunden arbeiten zu dürfen. Fragen Sie also gezielt nach dieser Erlaubnis (§11, 1-1-8f  TierSchG.) des Ausbilders oder Therapeuten. Er wird Ihnen diese auf Wunsch vorlegen können. Sie sind dadurch zwar nicht vor unseriösen Geschäftemachern geschützt, aber zumindest bescheinigt es dem Inhaber tierschutzgerechtes Vorgehen am Hund. Falls Sie Fragen zum Thema haben, wenden Sie sich gerne an uns: Der DGHV (www.dghv.de) ist Sachverständigenstelle nach dem LHundG NRW. Stefanie Weinrich ist zur Durchführung von Verhaltensprüfungen (§4 Abs.1- DVO) LHundG. berechtigt. Hundehalter können nach LHundG. NRW gemäß §10/§11 die Sachkundebescheinigung  erlangen. Es können Verhaltensprüfungen bestimmter Rassen durchgeführt werden. Auf Antrag kann eine Überprüfung für Maulkorbbefreiung / Befreiung von Anleinpflicht erfolgen.

Zertifiziertes Ausbildungsinstitut
Einige wenige Ausbildungsinstitute für Hundetrainer und Hundetherapeuten sind hinsichtlich der Qualität bzw. der Ausbildungsinhalte zertifiziert. Hundewelten ist beispielsweise DEKRA zertifiziert! Unser Ausbildungsinstitut ist eine berufsbildende Einrichtung mit Schulstatus. Die Landesbehörde NRW bescheinigt der DHW Gruppe die Anerkennung als Berufsbildungsinstitut. Unsere Ausbildungen bereiten somit ordnungsgemäß auf einen Beruf vor. Wir bieten also Qualität und Transparenz.  Wir erfüllen damit alle Anforderungen nach §11 TierSchG. für Hundetrainer. Die DHW Gruppe ist offiziell anerkannter Bildungsträger AZAV. Wir sind als erstes Ausbildungsinstitut seiner Art DEKRA zertifiziert. Unsere Ausbildung zum Problemhundetherapeuten kann als Umschulung oder Weiterbildung staatlich gefördert werden. Hundewelten verfügt über ein “internes” Qualitätsmanagement Team, welches die Leistungen der Therapeuten und Dozenten überwacht. Alle unsere Ausbildungen sind transparent und sie bieten Sicherheit im Hinblick auf spätere Selbständigkeit durch leistungsorientierten Lernstoff. Wir sind Träger zur Förderung beruflicher Weiterbildung nach dem Recht der Arbeitsförderung, durch die Dekra Certification GmbH zugelassen. Die Dekra ist eine von der Bundesagentur für Arbeit anerkannte Zertifizierungsstelle.

Machen Sie Ihre Ausbildung nicht irgendwo, kommen Sie zum Marktführer!
Überzeugen Sie sich von unserem einzigartigen Ausbildungssystem, dem SDTS® - Speechless Dogtrainingsystem, das schon 1999 von Gerhard Wiesmeth entwickelt wurde. Damit ist es tatsächlich möglich, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, Hunde mit schwerem Problemverhalten sprachlos, gewaltfrei und ohne Hilfsmittel innerhalb kürzester Zeit zu therapieren. Überzeugen Sie sich selbst! Wir freuen uns auf Sie! Rufen Sie uns an: Telefon 02389 - 4027727 oder senden Sie uns eine E-Mail: info@hundewelten.de

09.04.2015

Aktuelles zu §11 TierSchG. S.1, Abs.1 Nr. 8f

Viele Veterinärämter nehmen eine Sachkunde ausnahmslos nur dann an, wenn der Antragsteller über eine Zertifizierung der Tierärztekammer Niedersachsen, der Tierärztekammer Schleswig Holstein oder der IHK Potsdam verfügt. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hält diese Praxis für rechtswidrig. Nach der bis zum Erlass einer Rechtsverordnung gemäß §11 II TierSchG weiter anwendbaren Vorschrift des §11 II Nr.1 TierSchG kann ein Antragsteller seine Sachkunde aufgrund seiner Ausbildung und seines beruflichen oder sonstigen Umgangs mit Hunden nachweisen. Die Beschränkung des Sachkundenachweises auf die genannten Zertifizierungen, so das Gericht, verstoße gegen diese Bestimmung. Zudem dürfte auch ein Verstoß gegen Ziff. 12.2.2.3. der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum TierSchG vorliegen. Danach steht es dem Antragsteller frei, seine Sachkunde – auch anstatt eines Fachgesprächs – auf andere geeignete Weise nachzuweisen.

Zahlreiche Veterinär- und Ordnungsämter insbesondere in Niedersachsen erteilen die Erlaubnis gemäß §11 I S. 1 Nr. 8 f TierSchG nur befristet und versehen die Erlaubnis mit der Auflage, innerhalb Befristung die Sachkunde durch eine der vorgenannten Zertifizierungen nachzuweisen. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hält diese Praxis für rechtswidrig, weil die Behörde auch in diesem Fall den Sachkundenachweis inhaltlich auf die genannten Zertifizierungen beschränkt und entgegen der bestehenden Gesetzes- und Verordnungslage „andere Sachkundenachweise“ prinzipiell als ungeeignet ausschließt.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg stellt in seinem Beschluss klar, dass Sachkunde im Sinne §11 S.1 Nr.8f TierSchG grundsätzlich auch durch Ausbildungen, Lehrgänge und Fortbildungsveranstaltungen privater Institutionen und Einrichtungen nachgewiesen werden kann. Die Veterinär- und Ordnungsämter müssten ergebnisoffen in jedem Einzelfall prüfen, ob eventuell zusammen mit anderen Umständen wie etwa die jahrelange praktische Berufserfahrung als Hundetrainer Sachkunde vorliegt. Zweifelsfragen können durch Stellungnahmen der jeweiligen Institutionen, die Anforderung weiterer Unterlagen oder durch ein Fachgespräch geklärt werden, dass bestehende Zweifel ausräumen soll.

Veterinär- und Ordnungsämter verlangen von Antragstellern, die nicht über die Zertifizierung einer Tierärztekammer oder der IHK verfügen, ein Fachgespräch, dessen wesentlicher Bestandteil der D.O.Q.-Test Pro ist. Es gibt weder den staatlich anerkannten Beruf Hundetrainer, noch gibt es gesetzliche Vorschriften, die Regelungen über die Ausbildung von Hundetrainern enthalten. Eine solche Regelung ist nicht § 11 I S. 1 Nr.8 f TierSchG. konform. Zweck dieser Vorschrift ist es, für die gewerbliche Ausbildung von Hunden ein Mindestmaß an Tierschutz zu gewährleisten. Die Vorschrift des §11 I S. 1 Nr. 8 f TierSchG setzt also keine Qualitätsstandards für Hundetrainer; sie dient vielmehr lediglich der Beachtung tierschutzrechtlicher Mindeststandards bei der gewerblichen Ausbildung von Hunden. Allein an diesem Gesetzeszweck hat sich die Prüfung der für die Erteilung der Erlaubnis nach §11 I S. 1 Nr. 8f TierSchG erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu orientieren. Es geht ausschließlich darum nachzuweisen, dass ein Antragsteller in der Lage ist, Hunde unter Einhaltung tierschutzrechtlicher Grundsätze auszubilden. Es geht nicht darum festzustellen, ob ein Antragsteller Kenntnisse über Physiologie des Hundes hat, was keinerlei Bezug zur tierschutzgerechten Ausbildung von Hunden hat. Gerade hier liegt nach unserer Einschätzung ein Problem des D.O.Q.-Test Pro. Dieser Test fragt z.B. im Bereich Physiologie Kenntnisse ab, die für die Ausbildung von Hunden schlicht irrelevant sind. Detailkenntnisse etwa über Aufgaben und Funktion der Milz haben keinerlei Aussagekraft über die Fähigkeit zur tierschutzgerechten Hundeausbildung eines Hundetrainers.

Wie das VG Lüneburg kürzlich in einem Beschluss vom 10.12.2014 (6 A 414/14) mehr als deutlich klargestellt hat, verlangen die maßgeblichen Vorschriften des TierSchG und der AVV eine einzelfallorientierte und ergebnisoffene Sachkundeprüfung. Die Erlaubnisbehörde hat daher alle geeigneten Sachkundenachweise zu prüfen und zu bewerten. Sie muss erforderlichenfalls im Rahmen der Amtsermittlungspflicht Informationen von Dritten einholen. Bleibt danach noch Klärungsbedarf, kann die Behörde offene Fragen in einem Fachgespräch klären, das sich dann aber punktuell auf Bereiche beschränken muss, für die die Behörde noch Klärungsbedarf sieht.

Die Erlaubnisbehörden müssen die Sachkundenachweise eines Antragstellers umfassend prüfen und bewerten. Die Behörde muss ggf. eigene Sachverhaltsaufklärung betreiben. Erst wenn danach noch Zweifel an der Sachkunde bestehen, kann die Behörde diese punktuellen Zweifel im Rahmen eines Fachgesprächs ausräumen. Antragsteller, denen das Veterinär- oder Ordnungsamt ein solches Fachgespräch anbietet, sollten versuchen, im Vorfeld zu klären, welche Themen Gegenstand des Fachgesprächs sind. Bietet die Erlaubnisbehörde ein Fachgespräch, sollte man im Vorfeld darauf bestehen, dass die Behörde die Themen des Fachgesprächs klar definiert und begründet, warum sie zu diesen Themen noch Klärungsbedarf sieht. Hat die Behörde die Sachkundenachweise des Antragstellers geprüft, sollte eine Begründung problemlos möglich sein. Weigert sich die Behörde jedoch eine Begründung zu erteilen, sollte man überlegen, ob man sich dem Fachgespräch unterzieht oder sich stattdessen auf den Standpunkt stellt, dass die der Behörde vorliegende Sachkundenachweis bereits zur Erteilung der Erlaubnis ausreichen.

Das Fachgespräch, sein Verlauf und seine wesentlichen Inhalte müssen protokolliert werden. Antragsteller haben Anspruch auf Einsicht in das Protokoll. Ergeben sich Meinungsverschiedenheiten über Rechtmäßigkeit des Prüfungsgesprächs, kommt dem Protokoll besondere Bedeutung zu. Es deshalb wichtig, dafür Sorge zu tragen, dass alles Wesentliche im Protokoll aufgenommen wird.

Zweck des §11 I S. 1 Nr. 8 f TierSchG ist es, für die gewerblichen Ausbildung von Hunden, so die Gesetzesbegründung einen Mindeststandard an Tierschutz zu gewährleisten. §11 I S. 1 Nr. 8 f TierSchG ist keine Rechtsgrundlage zur Durchsetzung bestimmter Ausbildungsmethoden oder Ausbildungsphilosophien. Solange eine Ausbildungsmethode oder Ausbildungsphilosophie nicht tierschutzrelevant ist, kann und darf sie nicht Gegenstand der Bewertung im Rahmen eines Fachgesprächs sein. Es ist schlicht unzulässig, einem Antragsteller nur deshalb die Sachkunde abzusprechen, weil er einem bestimmten Ausbildungsansatz folgt oder eben nicht folgt. Die Erlaubnisbehörde muss daher sicherstellen, dass das Prüfungsverfahren insoweit „neutral“ ist.

Mit freundlicher Genehmigung
Quelle:
Dr. Eugène Beaucamp, Susan Beaucamp (Rechtsanwälte)
www.kanzlei-sbeaucamp.de

30.12.2014

Die Bedeutung des Paragraphen 11 für Hundetrainer

Neben Tierärzten und Tierpflegern ist nun auch die Ausbildung von Hunden und die gewerbsmäßige Anleitung des Tierhalters zur Hundeausbildung erlaubnispflichtig. Im Rahmen der gesetzlichen Neuregelung gemäß § 11 Abs.1 Nr. 8 benötigen alle Hundetrainer- und Hundeausbilder sowie Hundepsychologen in Deutschland eine Genehmigung des Veterinäramtes. Darüber hinaus müssen diese ebenfalls ihre Sachkunde, z.B. durch einen anerkannten Qualifikationslehrgang, nachweisen.
Das Ziel der Regelung im dritten Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes soll sein, im Sinne der Tiere und des Tierschutzes Mindestqualitätsstandards sicherzustellen. Alle Personen, die mit den Tieren arbeiten, müssen ab dem 01.08.2014 die erforderliche Sachkunde besitzen.

Hundetrainer Sachkunde 
Die zuständige Behörde prüft die verlangte Sachkunde des Antragsstellers im Einzelfall aufgrund der Darlegungen und Nachweise im Antrag. Seine Sachkunde kann man unter anderem durch bisherige Tätigkeiten, jede Art von relevanter Aus-, Fort- oder Weiterbildung, erfolgreich abgelegte Prüfungen etc. belegen. Tritt der Fall ein, dass die zuständige Behörde im Rahmen der Einzelfallprüfung zu der Überzeugung gelangt, dass die dargelegten Kenntnisse und Fähigkeiten nicht ausreichen, kann sie weitere Angaben oder Maßnahmen zur Erlangung einer ausreichenden Sachkunde nachfordern.

Zuverlässigkeit der Hundetrainer 
Darüber hinaus besteht eine erforderliche Zuverlässigkeit des Hundetrainers. Der Hundetrainer erhält nur dann die Erlaubnis, wenn über diesen keine Tatsachen vorliegen, die an der Zuverlässigkeit des Hundetrainers zweifeln.
Insbesondere Faktoren wie persönlicher Unzuverlässigkeit (die Person bietet nach dem Gesamtbild ihres Verhaltens nicht die Gewähr dafür, dass sie ihr Gewerbe oder ihren Betrieb ordnungsgemäß führen wird), Unzuverlässigkeit in tierschutzrechtlicher Hinsicht (gegen die Person wurde in den letzten 5 Jahren ein Verfahren wegen Verstoß gegen das Tierschutz-, Tierseuchen- oder Artenschutzrecht oder das Landesstraf- und Verordnungsgesetz durchgeführt oder ist derzeit anhängig) oder finanzieller Unzuverlässigkeit (die finanzielle Grundlage reicht zur ordnungsgemäßen Führung des Betriebes offensichtlich nicht aus) können die verlangte Zuverlässigkeit erheblich beeinflussen oder zu Nichte machen.
Während der Überprüfung der Zuverlässigkeit kann die Vorlage eines Führungszeugnisses und eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister von der zuständigen Behörde eingefordert werden.

Erlaubnis für Hundetrainer 
Die Erlaubnis nach §11 stellt kein „amtliches Gütesiegel“ dar, sondern bescheinigt lediglich die Existenz von ausreichenden, fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten sowie die erforderliche Zuverlässigkeit. Je nach Art der Tätigkeiten wird die Erlaubnis oftmals mit zahlreichen tierschutzrechtlichen aber auch tierseuchenrechtlichen Auflagen erteilt.

von Gerhard Wiesmeth, Hundewelten Deutschland

Übergewicht beim Hund

Nicht nur beim Menschen stellt Übergewicht eine immer häufiger vorkommende Krankheit dar, auch der beste Freund des Menschen leidet oftmals, durch meist falsches oder übermäßiges Futter, unter einem zu hohem Körpergewicht. Experten nehmen an, dass jeder vierte Hund in Deutschland übergewichtig ist.

Bei Übergewicht handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit, die viele weitere körperliche Folgen nach sich ziehen kann. Darunter fallen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus, Gelenkschmerzen, Bewegungsstörungen, Atemprobleme, Verdauungsstörungen, Anfälligkeit für Inkontinenz, Lebererkrankungen, Hautkrankheiten und Störungen des Immunsystems.

Bei einem übergewichtigen Tier ist die normale Körpermasse durch Zunahme des Fettgewebes aufgestockt. Dies kann eine Reihe an Erkrankungen nach sich ziehen. Das Fettgewebe bildet in der Natur eine Reserve für "schlechte Zeiten". Da die Tiere in unserer modernen Gesellschaft keine Probleme mit dem erfolgreichen oder erfolglosen Jagen einer Beute haben, sind solche Fettreserven nicht notwendig. Unsere Haustiere verfügen immer über einen gedeckten Tisch, erhalten regelmäßig ihr Futter und zusätzliche Zuwendungen durch „Leckerlis“. So kann es leicht aufgrund von mangelnder Bewegung und zu reichhaltigem Futter zur Bildung falscher Reserven kommen, die vom Körper nicht benötigt werden. Darüber hinaus begünstigen einige Faktoren ein Übergewicht des Hundes – so neigen bestimmte Rassen wie zum Beispiel der Labrador Retriever, der Beagle oder der Cockerspaniel häufiger zu Adipositas als andere. Auch eine Kastration des Tieres führt häufig zu einem erhöhten Körpergewicht.

Neben der falschen Ernährung existieren auch einige Krankheiten, die Übergewicht hervorrufen können. Dazu zählen die Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose), eine Fehlfunktion der Nebenniere (Morbus Cushing) oder eine Fehlfunktion des Hypothalamus. Übergewicht kann außerdem auftreten, wenn der Hund bestimmte Medikamente, wie Kortison, einnehmen muss.

Übergewicht beim Hund äußert sich zunächst durch die Anhäufung von Fett, das sich an verschiedenen Stellen des Körpers anlagert. Eine Faustregel besagt, dass von einem Normalgewichtig des Hundes ausgegangen werden kann, wenn die Rippen nicht sichtbar, aber leicht ertastbar sind. Kann man die Rippen nicht mehr leicht ertasten oder stechen sie hervor handelt es sich um Über- bzw. Untergewicht. Um objektiv sicher stellen zu lassen, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Dieser kann mit Hilfe eines Bewertungssystems (Body condition score, BCS) den Ernährungszustand des Hundes professionell beurteilen.

Neben dem äußeren Erscheinungsbild kommt es zu vielen weiteren Symptomen, die durch eine Adipositas entstehen. So bewegen sich stark übergewichtige Hunde nicht mehr gerne. Oftmals haben sie Schmerzen, da ihre Gelenke stark belastet werden, oder sie bekommen schlechter Luft. Es ist schwierig, einem Hund Schmerzen anzumerken, da Hunde selten Bewegungsschmerzen durch Lautäußerungen ausdrücken – meist fällt dem Besitzer lediglich auf, dass sich der Hund weniger bewegt und teilweise schwerfällig wirkt.

Bitte denken Sie als Hundehalter beim Füttern daran, dass ein übergewichtiger Hund  bewiesenermaßen kürzer lebt, und nicht zuletzt seine Lebensqualität enorm herabsetzt ist.

Wenn Sie mehr über das Thema und vor allem über die richtige Ernährung Ihres Hundes wissen wollen, besuchen Sie doch unser zertifiziertes Tagesseminar: Ernährungsberater Fachrichtung Hund

Zucht, Halten von Tieren

Zucht, Halten von Tieren, Handel mit Tieren nach § 11 des TierschG

Das neue Tierschutzgesetz (gültig seit dem 1. August 2014 ) ist dieses Jahr in Kraft getreten. Da bisher aber immer noch keine neue Rechtsverordnung gemäß § 11 Abs. 2 Satz 1 Tierschutzgesetz, in der das Nähere zu der Form und dem Inhalt des Antrags auf Erteilung einer Erlaubnis nach Absatz 1 Satz 1 sowie die Voraussetzungen und das Verfahren für die Erteilung der Erlaubnis geregelt wird, erlassen wurde, stellen sich die Veterinärbehörden quer. Nicht selten werden die neuen Anträge nicht bearbeitet oder die Behörden stellen gar kaum zu bewältigende Anforderungen an die Umsetzung.
Viele Tierschutzvereine beklagen, dass es immer wieder Probleme bei der Erteilung der Zuchterlaubnis gibt. Seit dem 1. August 2014 macht man sich sogar strafbar und muss empfindliche Geldbußen zahlen, wenn man seine Arbeit ohne die neue Erlaubnis fortführt.

Laut des Paragraphen 11 des Tierschutzgesetztes bedarf derjenige der „ … Wirbeltiere oder Kopffüßer […]  züchten oder, auch zum Zwecke der Abgabe dieser Tiere an Dritte, halten, will, […] der Erlaubnis der zuständigen Behörde.“

Darunter fällt die:
a) Zucht oder die Haltung von Wirbeltiere, außer von landwirtschaftliche Nutztieren und Gehegewild,
b) der Handel mit Wirbeltieren,
c) die Unterhaltung eines Reit- oder Fahrbetriebes,
d) die Zurschaustellung von Tieren oder diese für solche Zwecke zur Verfügung zu stellen,
e) die Bekämpfung von Wirbeltiere als Schädlinge oder
f) für Dritte Hunde auszubilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anzuleiten.

Dabei wird „Das Bundesministerium […] ermächtigt, das Nähere zu der Form und dem Inhalt des Antrags auf Erteilung einer Erlaubnis nach Absatz 1 Satz 1, die Voraussetzungen und das Verfahren für die Erteilung der Erlaubnis, den Inhalt der Erlaubnis, im Falle des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 nur, soweit dies zur Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Union erforderlich ist sowie das Verfahren im Falle nachträglicher Änderungen der für die Erlaubniserteilung wesentlichen Sachverhalte, einschließlich der Pflicht zur Anzeige solcher Änderungen, zu regeln.

Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates das Zurschaustellen von Tieren wildlebender Arten an wechselnden Orten zu beschränken oder sogar zu verbieten. Ein Verbot wird in den Fällen erteilt, in denen die Tiere an wechselnden Orten nur unter erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden gehalten oder transportiert werden.
Im Gegensatz dazu gestaltet sich das gewerbemäßige Halten von Gehegewild einfacher. Hier ist es lediglich nötig, vier Wochen vor Aufnahme der Tätigkeit die zuständige Behörde zu informieren. Im folgenden wird hier auf Eigenkontrollen auf Basis sogenannter Tierschutzindikatoren gesetzt.

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

von Gerhard Wiesmeth Hundewelten

17.06.2014

Sporthunde Seminar


Zertifizierte Sporthundausbildung

- der Begleithund im sportlich aktiven Alltag
Leitgedanke:

Das Bild der Hundehalter vom Zusammenleben mit dem Hund hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Vom reinen Gebrauchshund, als Wach-, Jagd-, oder Diensthund, ist er zum kinderlieben Familienbegleithund hochstilisiert worden, der als Lebensbegleiter und Freizeitpartner allezeit aktiv am Alltag des Menschen teilnehmen soll.

Durch die Medien wird dem Hundehalter suggeriert, dass Hunde im Sinne einer artgerechten Haltung ihren speziellen Veranlagungen entsprechend ausgelastet werden müssen. Windhunde müssen rennen, Huskies müssen ziehen, Border Collies müssen hüten… Um diesen sogenannten Ansprüchen des Hundes gerecht zu werden, ist der Einfallsreichtum der Menschen fast grenzenlos. Beispielhaft hierfür ist die rasante Entwicklung der Hundesportarten in den letzten 15 Jahren. Jährlich wird mindestens eine neue Hundesportart kreiert und als die ideale Beschäftigung für die Hunderasse XY proklamiert. Es gibt kaum eine Hundeschule, die nicht mindestens eine, meist aber mehrere Hundesportarten anbietet. Der Run auf diese Hundeschulen ist enorm.

Vor dieser Entwicklung kann man als zeitgemäßer Hundetrainer nicht die Augen verschließen. Ein attraktives Trainingsangebot ist notwendig, wenn man am Markt bestehen will. Dabei sollte man aber nicht die Zielführung einer Hundeausbildung aus den Augen verlieren. Unbestritten braucht auch der Hund zum Erhalt seiner geistigen und körperlichen Fitness ein Quantum an Beschäftigung. Endergebnis darf aber nicht ein „Hunde-Sportgerät“ sein, das durch übertriebenen Ergeiz in die Eigenständigkeit getrieben und durch Überforderung Dauerstress und Schmerz ausgesetzt ist. Vorrangiges Ziel einer sinnvollen Sporthundeausbildung muss ein verkehrssicherer, zuverlässiger und hoch motivierter Hund mit maximaler Eigenkontrolle sein, der sich an seinem Menschen orientiert. Das ergibt im Endergebnis ein alltagstaugliches, zufriedenes und harmonisch aufeinander abgestimmtes Mensch-Hund-Team, dessen gegenseitige Beziehung den Ansprüchen an eine funktionierende Gemeinschaft Mensch-Hund gerecht wird.

Der DGHV will dem in seiner Sporthundausbildung Rechnung tragen und seinen Mitgliedern Mittel, Wege und Möglichkeiten aufzeigen, die durch ein nach der Begleit- und Gebrauchshundausbildung weiterführendes Trainingsangebot, eine Erhöhung der Kundenattraktivität und Marktchancen bewirken können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erlernen von beispielhaft ausgesuchten Hundesport-Einzelgeräten und deren Projektion auf Elemente des Alltags, als sinnvolle sportliche Beschäftigung von Mensch und Hund unter Beachtung der Grundsätze des S.D.T.S ®.
Als Beispiel:
Kontaktzonenhindernis Laufsteg als Hundesportgerät versus Treppenlauf als vorbereitendes, unterstützendes oder abschließendes Element im und für den Alltag. Im Sinne von Aktivität contra Tristesse, eröffnen sich hierüber mehrere Möglichkeiten zur Erweiterung des Trainingsangebotes: sportives BH-GH-Training, klassischer Hundesport oder frei kombiniert als Breitensport, Freiland-Parcours für Aktiv-Spaziergänge oder Abenteuer-Wanderungen, u.a. Für die Hundehalter ist das Spaß an der Freude, für die Gebrauchshundetrainer Mittel zur Zielführung.

Veranstaltungsort:
Ulm (an der Donau) SV-OG Ulm, genaue Adresse nach Anmeldung!

Veranstaltungstermin:
Samstag 30.08.2014 / 11:00 Uhr – 17:00 Uhr
Sonntag 31.08.2014 / 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Teilnehmerzahl:
Max. 8 Teilnehmer

Teilnahmevoraussetzung:
Mensch und Hund gesund
Ausbildungsstand der BH
Eigener Hund, Mindestalter 6 Monate

Die abgelegte BH-Prüfung als Voraussetzung für die Teilnehmer-Hunde ist aus meiner Sicht zwar wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich. Der Hund und Hundeführer sollten aber den Ausbildungsstand der BH haben.

Kosten:
320.- EURO, inkl. Zertifikat
Verpflegung exklusive,

Ausrüstung:
GHA:
anliegende bequeme Kleidung, Beine bedeckt, festes Schuhwerk, (Sport- o. Treckingschuhe)
Hund:
Halsband, Leine ca. 1,20 m ohne Handschlaufe, Gummileine oder Ruckdämpfer, Futterbeutel, evtl. Jogginggürtel und Schleppleine

Tag 1:
Ansatzarbeit der Teilnehmer am Einzelgerät
Tag 2:
Der Teilnehmer als Übungsleiter am Gerät
Erfolgskontrolle

Ausbildungsthemen:
Theorie:
Ziel und Inhalt der DGHV - Sporthundausbildung, Hundesportarten, Vor- und Nachteile, Gefahren beim Hundesport, Bewegungsapparat des Hundes, Erkrankungen,

Praxis:
Geräte im Hundesport, Übungsziele, Besonderheiten der Geräte
  • Trainingsarbeit im Ansatz 
  • Warm Up + Cool Down 
  • Erlernen ausgewählter Einzelgeräte 
  • Projektion in HH-Alltag 
  • Trainingsmöglichkeiten, Führtechnik, 
  • Körpersprach-Signale, Timing Bestätigung, 
  • Push & Pull (Drücken und Ziehen des Hundes), 
  • Anlaufwinkel, Seitenwechsel am Hund 
  • Über Sequenzarbeit zum Parcours 
  • Verhaltenskette, Shaping – Chaining, 
  • Der Sporthund im Alltag 
  • Aufbau eines Alltag-Parcours 
Die Fortbildung wird mit Zertifikat abgeschlossen.
Leitung:
Lothar Däubler
Anmeldungen bitte über info@hundewelten.de

Ein Handicap Hund ist kein Grund keinen Sport zu machen, allenfalls eine Ausrede. Sport dient dem Wiederaufbau, dem Erhalt und der Forderung der körperlichen und geistigen Fitness. "Alter Hund" ist relativ. Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Es geht nicht um Hochleistungssport im Sinne von Agility, etc.,.
Im Vordergrund steht nicht Tempo, sondern an das Mensch-Hund-Team angepasstes, konzentriert geführtes, synchrones und vor allem körperbewusstes Erlernen von Einzelsequenzen mit und ohne Geräte.

Die DGHV-Sporthundausbildung ist ein Mix aus speziell ausgesuchten Übungen verschiedener bekannter Hundesportarten wie Degility, Mobility, Agility, Obedience, Turnierhundesport, Trick-Dog und Dog-Dance. Im Vordergrund steht körperliche und geistige Beschäftigung für das Mensch-Hund-Team durch Aktivität.

Das Spektrum der Parcours ist einfallsreich. Es reicht von einfachen bis zu an-anspruchsvolleren Übungen. Die vielfältigen Aufgabenstellungen und Varianten innerhalb der Übungen, fördern die Konzentration. Die DGHV-Sporthundausbildung ist eine geistige Herausforderung an Mensch und Hund.

Als zeitgemäße Beschäftigung wird die DGHV-Sporthundausbildung der veränderten Rolle des Hundes vom Gebrauchshund zum Lebensbegleiter und Freizeitpartner des Menschen in einer modernen Umwelt gerecht.

Der Parcours hat kein festes Muster und lässt sich flexibel auf die einzigartigen Bedürfnisse des jeweiligen Mensch-Hund-Teams anpassen. Dieser Hundesport kann von Jung und Alt betrieben werden und ist für Hunde aller Rassen und Altersklassen geeignet.

Durch Koordination von bewussten Bewegungsabläufen werden die Motorik, das Gleichgewicht und die Muskulatur erhalten, gefördert, bzw. wieder aufgebaut. Neben der Prophylaxe eignet sich die DGHV-Sporthundausbildung damit auch speziell für Hunde mit körperlichen Beschwerden oder denjenigen, die rassetypisch nicht so sportlich veranlagt sind.

Die Sportausbildung unterstützt verhaltenstherapeutisches Training. Intensiver ruhiger und geführter Übungsablauf unterstützt, fördert und stärkt das Zusammenspiel im Mensch-Hund-Team. Der Mensch wird in der Körpersprache geschult und übernimmt die Führung. Der Hund lernt, sich am Menschen zu orientieren.
Durch die umfassende Kombination von Bewegungs- und Verhaltensschulung, wird die Sporthundausbildung der Forderung nach Ganzheitlichkeit einer modernen Hundeerziehung in besonderem Maße gerecht.

Die Übungen sind so angepasst, dass neben dem sportlichen Ehrgeiz der Spaßfaktor nicht auf der Strecke bleibt. Die Sporthundausbildung wendet sich damit speziell an diejenigen, die auslastenden Hundesport betreiben möchten, ohne dass daraus Überforderung und negativer Stress wird.

15.05.2014

Das Märchen vom gewaltlosen Hundetraining

Es geschah an einem September in Gelsenkirchen, wir besuchten einen Low-Budget Themenabend über Kommunikation und Körpersprache von Hunden. Da es sich bei dem Dozenten um einen durch Film, Funk und Fernsehen bekannten Hundeexperten handelte, nahmen wir irrtümlich an, dass der Inhalt auch etwas mit Hunden zu tun habe.

Neben viel Merchandising u.a. für Fachbücher und Hundefutterproben, fielen uns sofort beim Betreten des Hörsaals die tuschelnden Coach-Drohnen auf, immerhin waren wir mit unserer Hundewelten Berufskleidung dort und wurden erkannt. Nach einer guten Stunde multimedialer Werbeberieselung inklusive Verharmlosung und Schönrederei von Schnauzengriff und Kopfhalftertraining kam auch der Dozent in den Saal.

Auf unseren Plätzen lag neben einem Gewinnspielcoupon auch ein Flyer mit dem Aufdruck: „Verstehen lernen“, „Artgerecht und gewaltfrei ausbilden“, „Als Team agieren“. Ja da staunten wir! Auf der Leinwand wurden Schnauzengriffe und Haltis gezeigt. Ungläubig prüften wir noch mal den Vortragstitel…

Erstes Fazit: Korrigiere also ein Hundeverhalten, dessen eigentlicher Urheber der Mensch ist. Bestrafe artgerechtes Verhalten und dies soll die positive Beziehung zwischen Hund und Mensch fördern. So das Credo der Veranstalter! Ein Widerspruch in sich und vor allem eine weitere These GEGEN den Hund.

Einige Aussagen des Dozenten kurz kommentiert:
"Es gibt Rassedialekte und Kommunikationskulturen. Wer seinen Hund ausschließlich mit rassegleichen Artgenossen agieren lässt, zieht sich einen Rassisten heran!"
Nun, wir geben gerne zu nicht gewusst zu haben, dass Hunde rassistisch sind. Wir nahmen bisher auch an, dass Hunde eine reine Körpersprache pflegen und nicht der Dialektik verfallen sind. Angesichts dieser Tatsache, wird natürlich auch klar, warum sich Hunde aus der Großstadt nicht mit Hunden vom Land verstehen... sie sprechen einfach einen anderen Dialekt.

"Es gibt ungehemmtes Beißen!"
Das müssen Hundebisse sein, die mehr schmerzen als die gehemmten, oder?

"Wenn der Hund beim Anblick von Artgenossen nicht weitergehen will dann ist das so."
Jeden Abend eine Gute-Nacht-Kassette mit den Worten „ Andere Hunde sind nicht schlimm“ wird es dann bestimmt richten

"Üben Sie mit Ihrem Hund spontanes anfassen!"
Auch Sie werden es lieben, wenn ein Haufen fremder Menschen Sie begrabscht!

Nun schauen Sie nicht so entsetzt, ist immerhin“Experten-Rat“!
"Lassen Sie den Hund markieren. Das schafft Sicherheit wie Ihr Gartenzaun. Gleiches Klo = gleiche Gruppe!" 
Prima Idee, ab heute teile ich gerne meinen Partner, meinen Hund, mein Auto und mein Geld, dass sorgt für Nähe und Vertrautheit! Also Türen auf, ich mach schon mal Kaffee…

"In der Stadt sollen Hunde nicht markieren. Verwenden Sie ein Geschirr und lange Leine, dann darf er markieren. Nehmen Sie Halsband und Leine und er darf es nicht. Das können Hunde unterscheiden und man sollte es erlauben!"
Prima, lieber Hund, bitte lass tagsüber meine Freunde rein aber Einbrecher nicht! Es wird Dir leicht fallen, dies zu unterscheiden!

"Hunde können vorausschauend planen!"
Ich war schon immer für „Bello for President!“ "Wenn Hunde auf einander treffen und erstarren dann gehen Sie weg in die entgegen gesetzte Richtung. Zu 99,9% passiert dann nichts!" Das erklärt endlich, warum es ca. 80.000 Verletzungen durch Hunde gibt. Dunkelziffer nicht berücksichtigt! Und das erklärt auch, dass sich Artgenossenaggression nur in unseren menschlichen Köpfen abspielt. Andere glauben, Sie wären in der Matrix oder schieben es auf Drogenkonsum. Vielleicht hat auch eine miese Kindheit Schuld daran, dass man meint zu sehen, dass Hunde sich mitunter tot beißen! Wir sitzen also gar nicht in der Tierklinik und lassen Hasso flicken, alles ein Produkt unserer Fantasie!

"Ein sozial-aktives Spiel ist besser als eine Futterbestätigung!"
Bitte gehen Sie für mich arbeiten, dafür spielen wir Schach zusammen! Das füllt zwar weder Ihren Magen noch Ihren Kühlschrank, aber wenn es „Profis“ raten….Dumm, wenn Sie Schach nicht so satt macht wie Pizza, Ihre Motivation, gewünschtes Verhalten mir gegenüber zu zeigen wird rasch abnehmen, aber dafür gibt es dann ja „gewaltfreie Korrektur“.

"Hunde sollen uns körperlich respektieren!"
Also Ring frei für Runde 1: Herr Meyer vs. Brutus!

Ich könnte Ihnen noch Seitenweise weitere absurde Äußerungen vorstellen, bei allen bisher genannten Ideen und Ratschlägen fehlt mir jedoch ausnahmslos der Mensch! Hunde leben mit Menschen zusammen, nicht mit den Artgenossen der Spielwiese. Ihr Rudel besteht aus den Individuen der häuslichen Gemeinschaft. Vor allem aber wissen Hunde, dass wir KEINE Hunde sind sondern Sozialpartner!

Zugegeben war der Abend sehr unterhaltsam, einer Comedy-Veranstaltung kam dieser Event gleich. Wir lernten, dass Dalmatiner auch Rosinenbrötchen genannt werden, dass weibliche Teilnehmerinnen die angepriesene CD für den zuhause gebliebenen Mann mitnehmen sollten und dieser sich so nicht mehr gegen das Thema „Hundeerziehung“ wehren könne, wenn man seinen CD-Spieler nach dem Einlegen der zuvor käuflich erworbenen CD mit Pattex verschließt.

Inhaltlich fällt mir dazu nur folgendes ein:
Wenn Du nicht mit Wissen beeindrucken kannst dann begeistere mit Unsinn!

Stefanie Weinrich, Hundewelten Deutschland

13.05.2014

Hundetrainer mal anders


Leider sind viele Hundehalter mit der Erziehung ihrer Hunde überfordert. Aggressionen, Trennungsängste und Leinenziehen sind die Folge. Dafür muss man sich keinesfalls schämen. Wichtig ist nur, dass man sich mit dem Problem beschäftigt und durch weiterbildende Seminare, Bücher und ähnliches versucht, den Ansprüchen seines Hundes gerecht zu werden. Hunde mit sogenanntem Fehlverhalten landen leider trotzdem allzu häufig im Tierheim. Doch damit ist keinem geholfen.

Hundetrainer
Bei Hundewelten können Sie informative, spannende und praxisorientierte Seminare belegen, die Ihnen dabei helfen, Ihren Hund besser zu verstehen, optimal zu motivieren und Fehlverhalten gezielt und dauerhaft zu verhindern. Wir verwenden keine Hilfsmittel oder bestrafen unsere Hunde gar. Die Hunde werden mittels Körpersprache, Gestik, Mimik und Futter konditioniert. Hierdurch ist es möglich innerhalb kürzester Zeit selbst schweres Problemverhalten abzubauen.


Seminare, Bücher, DVDS und mehr
Wer Seminare eher ungern besucht oder aus Zeitgründen nicht die Möglichkeit dazu findet, kann sich auch über die Bücher und DVDS von Hundewelten informieren. Neben der Erziehung von Hunden, behandelt beispielsweise das Buch „Futterzeit – Bis(s) zum Hasentod“ die artgerechte Ernährung von Hunden. Auf unserer Internetseite erhalten Sie gerne einen ersten Blick in unsere Bücher und Themenskripte und können sich so einen ersten Eindruck verschaffen. Denn auch die erfahrensten Hundetrainer lernen niemals aus.
Gerne können Sie aber auch in unserem T-Shirt Shop T-Shirts mit lustigen Sprüchen zum Thema Hunde und Hundeerziehung erwerben.

Eine Ausbildung bei Hundewelten
Die Arbeit mit Tieren, insbesondere mit Hunden, bereitet viel Freude. Jeder Hund ist anders, deshalb ist es wichtig seine Signale verstehen und deuten zu können, um somit zu erfahren, welche Ursachen hinter dem unerwünschtem Verhalten liegen. Das macht den Beruf des Hundetrainers so abwechslungsreich. Sie stehen jeden Tag im aktiven Kontakt mit Hunden und Haltern und werden stets mit neuen Aufgaben konfrontiert.

Bei Hundewelten können Sie fünf verschiedene Ausbildungen absolvieren, um Ihre Arbeit mit den Hunden bestens informiert beginnen zu können. Die Ausbildungsbereiche sind:

- zertifizierter Problemhundetherapeut nach SDTS®
- zertifizierter Gebrauchshundeausbilder DGHV Standard
- zertifizierter Problemhundeberater nach SDTS®
- zertifizierter Systemhundeberater nach SDTS®
- zertifizierter Ernährungsberater im Fachbereich Hund

Natürlich möchte man seine Ausbildung nicht einfach irgendwo abschließen. Hundewelten ist das größte Ausbildungsinstitut für für Problemhundetherapeuten und Gebrauchshundeausbilder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unser Ausbildungsinstitut ist als eine berufsbildende Einrichtung mit Schulstatus anerkannt worden. Unsere Teilnehmer werden daher vom Bildungsurlaub und der Bildungsprämie unterstützt.

10.04.2014

Hundewelten, Was tun die?

Aufgrund der Nachfrage:

Wir verwenden am Hund keine Sprache, keine Hilfsmittel, keine Handzeichen, keine Bestrafung, kein Leinenruck, kein Nackenschütteln, keinen Schnauzengriff, keinen Alphawurf, kein Ignorieren, keine Desensibilisierung, kein Halti, kein Futterdummy, keine Stachelhalsbänder, keine Stromhalsbänder, keine Laufgeschirre, keine Wurfdiscs, keine Sprühhalsbänder, keine Snackballs, keine Beinleinen, keine klassische und operante Konditionierung, kein Nein! Aus! Pfui!, keine Rütteldose, keinen Klicker, keine Wasserpistolen, keine Futtersuchspiele, keine Reizangel, kein Ablenken und Locken mit Futter, kein Ballwerfen, keine Schläge und Tritte.

Wir bestätigen neu gelerntes Verhalten über Hauptfuttter, Leine und Halsband dienen der Sicherung, nicht der Korrektur von Verhalten. Korrekturen machen keinen Sinn, da ein Hund nichts tut, was aus seiner Sicht nicht in einer Situation angemessen wäre. Deshalb verbieten wir kein Verhalten.

Wir ermöglichen Alternativen, damit der HUND sein bisheriges Verhalten freiwillig und dauerhaft selbst ablegt. Wir konditionieren weder "Markerwörter" noch sonstige (Abbruch-) Kommandos, Hunde sollen unabhängig vom Kommando-Geber ihr Verhalten verändern.

Wir kommunizieren zu Therapie-Trainingszwecken ausschließlich nonverbal

Unser Trainingssystem heisst SDTS®
http://www.hundewelten.de/html/sdtsr.html

Gleichgesinnte haben sich hier zusammen geschlossen
www.bfvp.de

Wie sieht unsere Arbeit aus?
https://www.youtube.com/watch?v=mV_5Ilu_ii4

24.03.2014

Hunde, Hunde, Hunde


  • Hunde vor Geschäften angebunden
  • Hunde ohne Orientierung im Freilauf
  • Hunde ohne Leine an Kinderspielplätzen

Nein die laufen schon nicht weg, ne die klaut schon niemand, auch Kinder werden schon wissen, wie sie mit Hunden umgehen müssen...

Und wenn nicht?

  • Hund wurde gestohlen
  • Hund ist entlaufen
  • Hund hat Kind gebissen 

Wo suchen besagte Besitzer die Schuld daran?
Immer bei anderen!

Man fragt sich, was da in den Köpfen los ist?
Erziehungskurse in Hundeschulen werden gebucht (also ob sich durch Unterordnung Probleme lösen lassen) um Symptome zu deckeln, und direkt danach geht es wieder zum Hundetreff inkl. Leinen los und macht ihr mal schön "spielen" mit anderen.

Menschen werden in Ihrer Stadt schon von hinten belästert, weil sie mehr als einen chaotischen Hund besitzen und wenn dann über eine Bestandsreduktion geredet wird kommen Vorwürfe von vorne. Wie kann man nur sein Tier abgeben..

Ja wie kann man nur Veränderung wollen ohne Veränderung zu wollen?

Immer wieder unfassbar, was wir zu hören bekommen und was wir sehen müssen.

Unter Kommunikation wird verstanden : "Ja ich sag dem Hund schon was ich will"

Wer wirklich was ändern will und die Erkenntnis in Kauf nimmt: nicht wirklich etwas über Hunde zu wissen, der sollte mal ein Seminar bei uns besuchen.

"Danach ist die eigene Welt zwar etwas nüchterner, aber der Hund hat wieder eine Chance" o-ton der Teilnehmer

Deshalb für alle Hunde und deren Herrchen:

  • Wedeln ist keine Freude
  • Anspringen ist kein Pöbeln
  • Flach hinlegen ist kein defensives Verhalten
  • Bögen laufen entschärft keine Situation
  • Kopf auflegen hat nichts mit Schmusen zu tun

Mehr Irrtümer gefällig?
Dann besucht uns hier
Systemhundeberater

11.03.2014

Ratgeber über Hundeerziehung lesen und Hunde besser verstehen

Wer sich mit der Erziehung seines Hundes beschäftigt wird schnell feststellen, dass auf diesem Gebiet viele verschiedene Meinungen zu finden sind: In den Geschäften tummeln sich unzählige Ratgeber für Hundeerziehung, Hundeschulen sind in fast jeder Stadt anzutreffen und selbst die anderen Halter haben immer einen guten Rat parat. Hundetrainer, die sich selbst als Experten bezeichnen, preisen Methoden und Hilfsmittel, wie Stromhalsbänder, Schnauzengriffe oder Wasserpistolen an, um verschiedenste Hunde zu erziehen. Diese Methoden sind oft grausam und beheben nicht die Ursache des Fehlverhaltens. Sie bestrafen lediglich Reaktionen des Hundes, die für ihn vollkommen natürlich sind. Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Mensch und Hund sind ein häufiger Grund für das unerwünschte Fehlverhalten des Tieres, da sich die Sprache von Mensch und Hund grundlegend unterscheidet.

Gerhard Wiesmeth beobachtete das Verhalten unzähliger sogenannter Problemhunde und ergründete dabei die Ursachen für störendes Verhalten, wie Dauerbellen, Aggressionen oder Leinenziehen. Er erkannte dadurch, dass der Halter sich an die Körpersprache des Hundes anpassen muss, um ihm seine Wünsche vermitteln zu können. Er entwickelte das Speechless Dogtrainingsystem, ein praxisorientiertes System zur Kommunikation mit dem Hund, bei dem auf Sprache und Hilfsmittel vollkommen verzichtet wird. Bei Hundewelten finden Sie viele informative Ratgeber zur Hundeerziehung, die Sie in das Speechless Dogtrainingsystem einführen, mit althergebrachten Irrtümern in der Hundeerziehung aufräumen und dazu anregen, verallgemeinerte Trainingsmethoden zu hinterfragen. Denn jeder Hund ist anders und muss auch anders behandelt werden. Das Speechless Dogtrainingsystem bietet eine bewährte Grundlage, die es Ihnen ermöglicht, mit Ihrem Hund zu kommunizieren.

Verschiedene Ratgeber zur Hundeerziehung bei Hundewelten erhältlich
Bei Hundewelten finden Sie viele verschiedene Ratgeber über Hundeerziehung. Neben dem beliebten Buch „Hundewelten – Die größten Irrtümer in der Hundeerziehung“ ist bei uns auch eine informative DVD-Reihe erhältlich. Gerhard Wiesmeth und Stefanie Weinrich klären dort über die Erziehung von Welpen und Problemhunden auf und bringen Ihnen die neusten Erkenntnisse über Hundeernährung näher.

Die Seminare von Hundewelten
Das von Gerhard Wiesmeth gegründete größte Ausbildungsinstitut für Problemhundetherapeuten und Gebrauchshundeausbilder in Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet natürlich nicht nur Ratgeber über Hundeerziehung an. Bei uns können Sie viele verschiedene Seminare und Ausbildung rund um das Thema Hund besuchen. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich das berühmte Speechless Dogtrainingsystem, doch auch Wissen, wie die neusten Erkenntnisse über die artgerechte Ernährung eines Hundes wird vermittelt.

Die Ausbildung bei Hundewelten als Hundetrainer

Ein guter Ausbildungsplatz ist heutzutage schwer zu finden. Viele Leute nehmen daher, was sie kriegen können. Aber natürlich soll es auch nicht irgendein x-beliebiger Job sein, mit dem man später seinen Lebensunterhalt verdient. Am liebsten möchte man in einem Berufsfeld arbeiten, das einem Spaß macht und Abwechslung bietet. Mit einer Ausbildung bei Hundewelten können Sie Ihr Hobby zum Beruf machen und den Traum vom Beruf als Hundetrainer wahr werden lassen.

Vielleicht sind Sie gemeinsam mit Hunden aufgewachsen und haben im Laufe der Zeit ein Händchen für den Umgang mit Hunden entwickelt. Vielleicht arbeiten Sie bereits mit Hunden zusammen und sind mit dem Ergebnis unzufrieden. Oder aber Sie interessieren sich für die Ursachen für das Verhalten von Problemhunden und möchten Hund und Halter dabei helfen, wieder ein harmonisches Leben zu führen. Dann sind Sie bei Hundewelten genau richtig. Bei uns können Sie eine Ausbildung als Problemhundetherapeut, Gebrauchshundeausbilder, Problemhundeberater, Systemhundeberater oder Ernährungsberater im Fachbereich Hund absolvieren und dem Traum vom Beruf als Hundetrainer ein großes Stück näher kommen.

Hundetrainer nach SDTS werden
Gerhard Wiesmeth, Leiter und Gründer der Deutsche Hundewelten Unternehmensgruppe, entwickelte 1999 das Speechless Dogtrainingsystem. Er studierte dazu zahlreiche Problemhunde und deren Verhalten und erkannte dabei, dass weder Sprache noch Strafen nötig sind, um das Problemverhalten eines Hundes abzubauen. Das Ziel einer Ausbildung bei Hundewelten ist es daher, dass Sie den Hund in seiner Körpersprache und Ausdrucksweise verstehen lernen, um auf sein Verhalten angemessen reagieren zu können. Das SDTS ist demnach nicht bloß eine Trainingsmethode, es ist ein praxisorientiertes System, das, basierend auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, eine sprachlose und gewaltfreie Kommunikation mit dem Hund ermöglicht. Während einer Ausbildung zum Hundetrainer bei Hundewelten wird Ihnen dieses System vermittelt, Ihnen konsequentes Verhalten einem Hund gegenüber beigebracht und Ihnen gezeigt, wie Sie Fehlverhalten gezielt und dauerhaft verhindern können. So wird es auch Ihnen möglich sein, verzweifelten und unwissenden Hundebesitzern wieder Freude an dem Umgang mit ihrem Hund zu vermitteln.

Die Vorteile einer Ausbildung bei Hundewelten
Das Ausbildungsinstitut ist als eine berufsbildende Einrichtung mit Schulstatus anerkannt worden. Wenn Sie bei uns eine Ausbildung zum Hundetrainer absolvieren, können Sie folglich von Vorteilen, wie dem Bildungsurlaub oder der Bildungsprämie profitieren. Die Ausbildung in unserem Berufsbildungsinstitut dauert drei Monate und zeichnet sich durch Qualität und Transparenz aus. Weitere Informationen können Sie gerne per E-Mail anfordern.

05.03.2014

Der Kinderliebefamilienbegleithund

oder die geheimen Veranlagungen unserer Hunde


KinderlieberfamilienbegleithundGibt es sie wirklich?, die allseits beliebten Familienhunde, die getreuen Begleithunde oder kinderliebe Hunde und wo kann man sie kaufen?

Vorausgesetzt es gäbe rassespezifische Eigenschaften wie “familienfreundlich” und “kinderlieb”, welchen Zuchtkriterien unterliegen diese Rassen?

Haben Sie sich eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, ob solche eindeutig emotionalen Beschreibungen für das Raubtier Hund überhaupt zutreffend sein können und wenn ja, was unterscheidet einen kinderlieben Familienhund von anderen Hunden? Wieder einmal mehr werden Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten für dumm verkauft und über die wahren Wesenszüge des Hausraubtieres Hund im Unklaren gelassen.

Was muss noch alles passieren, damit unsinnige Betitelungen wie “familienfreundlich” und “kinderlieb” aus den Köpfen der Züchter bei der Vermittlung von Welpen verschwinden und wie viele Hunde müssen noch eingeschläfert werden, weil Tierheime wieder einmal einen “kinderlieben” Hund vermittelt haben, der dann “plötzlich” doch das Kind gebissen hat. Was aber ist denn nun ein Familienhund? Ein Tier welches spezielle Eigenschaften wie Loyalität, Treue sowie Anteilnahme am Familienleben besitzt, wo wir doch alle wissen, dass Hunde ausschließlich trieborientiert und zu menschlichen Emotionen so wie wir sie kennen, nicht fähig sind, oder handelt es sich eventuell um versteckte genetische Veranlagungen, die nur in einer Familie zu Tage treten? Noch schwieriger nachzuvollziehen und im höchsten Maße gefährlich ist es aber, einen Hund als “kinderlieb” zu bezeichnen. Rund 80.000 Kinder werden jährlich alleine in Deutschland von Hunden gebissen, dabei handelt es sich um die registrierten Vorfälle – die Dunkelziffer könnte doppelt so hoch sein. Das diese Vorfälle nun ausschließlich von so genannten “Listenhunden” verursacht werden ist eher unwahrscheinlich.

Labrador oder Liebrador, Border Collie oder Kinder Collie, welche von den rund 400 Hunderassen ist denn nun wirklich “kinderlieb” oder besonders “familienfreundlich” und warum werden dem ressourcengesteuerten Beutegreifer “Hund” wieder einmal rein menschliche Eigenschaften angedichtet, die er gar nicht erfüllen kann? Wir sprechen dem Hund sicherlich nicht die Sozialkompetenz und damit die Fähigkeit zum Zusammenleben in der Gemeinschaft oder die Bereitschaft zur Unterordnung ab, dennoch existieren diese auf reiner Triebbasis und nicht auf menschlichen Emotionen. Selbst der Fortpflanzungstrieb ist beim Menschen heute mehr Lust als Erhalt seiner Rasse, beim Hund hingegen ausschließlich genetisch veranlagte Selbsterhaltung seiner Spezies. Wen wundert es also, wenn angeblich “kinderliebe” Hunde ihre Ressourcen wie Futter, Territorium, Beute etc. auch und gerade Kindern gegenüber unter Aggression verteidigen oder wenn angebliche “Familienhunde” trotzdem massives Fehl- und Problemverhalten zeigen, weil diese Hunde Begriffe wie “kinderlieb” und “familienfreundlich” gar nicht kennen und sich dementsprechend auch nicht danach verhalten können.

Wenn wir dem Hund rassestypische Eigenschaften wie Hütetrieb, Stöbertrieb, Futter- und Beutetrieb sowie Rudel- und Meutetrieb zusprechen, warum kennt man dann den “Kinderliebtrieb”, “Begleittrieb” oder den “Familientrieb” nicht? Ganz einfach…. Weil es sie nicht gibt!

Wir fordern alle Leser dieses Artikel, insbesondere alle Züchter und Tierheime auf, mitzuhelfen und einen Beitrag zur besseren Verständigung zwischen Mensch und Hund zu leisten, indem völlig absurde und auch gefährliche Aussagen zum Hundeverhalten künftig aus dem Wortschatz des Menschen verschwinden.
von Gerhard Wiesmeth